VENEDIG

Geschafft! Kaum zu glauben, ich bin wirklich zu Fuss von München nach Venedig gelaufen, vom Marienplatz zum Markusplatz. Mein Zieleinlauf wurde von gefühlten 10tausenden anderen Touristen begleitet, aber ich war der einzige Alien mit großem Trekking Rucksack und Trekking Schuhen. Schon auf dem Lido von Jesolo schauten mich die Leute verdutzt an. Nein. Nein, niemand hat die Strassenseite gewechselt, oder doch? Ich möchte einmal das Zitat von Neil Armstrong, dem ersten Menschen auf dem Mond, negieren. Ein großer Schritt für mich, ein unbedeutender für die Menschheit. Es ist halt mein ganz persönlicher Sieg es geschafft zu haben. In einer Woche kommt meine Frau. Ich konnte mich bereits jetzt ins Hotel auf dem Lido (von Venedig) einbuchen. Ich bin so voller Eindrücke, die verarbeitet werden wollen, dass diese Woche ganz bestimmt nicht langweilig wird.

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Am Mittelmeer

Nach einer eher langweiligen und ereignislosen Etappe am Rande von Straßen bin ich um kurz nach eins in Jesolo angekommen. Ich hätte auch einen anderen Weg gehen können, der hätte aber 2.5 h länger gebraucht. Nach den Temperaturen von gestern wollte ich nur so rasch wie möglich ankommen. Ich war wieder vor Sonnenaufgang unterwegs, allerdings gab es eine leichte Bewölkung, so dass die Temperatur erst langsam anstieg. Die Entfernung für diese Etappe liegt bei 31 km. Jesolo selbst ist etwa 4 km vom Meer entfernt. Heute Nachmittag bin ich ohne Rucksack und mit Trekking-Sandalen anstelle der schweren Wanderschuhe sozusagen dem Meer entgegengeschwebt. War der Strand voll! So viele sonnenbeschirmte Liegen und Menschen. Soweit das Auge reicht. Ich als Alpenwandersbursch fühlte mich ein wenig deplatziert, einfach nicht zugehörig. Trotzdem habe ich mir einen Weg durch das Liegenwirrwar gebahnt, die Sandalen ausgezogen und bin durch das Meerwasser gegangen. Ein Genuss. Das Meer hatte keine Wellen, gefühlt hätte es auch ein großer Badesee sein können. Das Wasser war angenehm lauwarm. Die Sonne war durch ein Wolkenband gedämpft. Morgen kommt das Finale: der Einzug nach Venedig. Er wird ganz unspektakulär ablaufen, für mich hat er dennoch eine große Bedeutung.

Prosecco aus Zapfhahn

Ein Detail habe ich eben unterschlagen. Hier in Fagarè gibt es Prosecco neben Bier und den Hausweinen aus dem Zapfhahn. Habe mir gerade einen viertel Liter mit aufs Zimmer genommen. Frisch gezapft. :-) Von meinem Sony Xperia™-Smartphone gesendet

Noch einen Tag bis zum Mittelmeer

Heute bin ich um 05:30 gestartet um der Hitze zu entkommen. Gegen 14 Uhr, pünktlich zur Tageshöchsttemperatur von 37 Grad bin ich in Fagarè angekommen. Die Hitze macht die Tour anstrengend. Noch einen Tag nach Jesolo und damit zum Mittelmeer. Die Hitze läßt mich fast nur an das Ankommen denken, die Wanderung ist im Moment mehr Strapaze.

Noch 2 Tage bis zum Mittelmeer

Heute ging es von Revine nach Priula am Piave. Die Wanderung führte noch einmal über eine kleine Hügelkette (400 m, war in der Mttagshitze anstrengend), jetzt ist und bleibt es flach. Die meiste Zeit lief ich  bei 35 Grad über Asphaltstrassen. Die Hitze macht mir schon zu schaffen, deshalb werde ich jetzt den Wandermodus anpassen. Ich stehe um kurz nach 4 auf und schaue, das ich im Morgengrauen auf der Piste bin. Wenn es klappt, bin ich Übermorgen am Mittelmeer. Die Landschaft hier ist – wie zu erwarten – viel flacher und eher hügelig. Nachmittags war es auch mit dem hügeligen vorbei, ich bin in der Ebene angekommen.

Von Belluno nach Revine

Um kurz nach 8 heute Abend bin ich angekommen. Ich hatte mich verlaufen. Die Tour ging über die Voralpen und sollte 25 km lang sein und 750 Hm hoch, sowie 850 Hm runter aufweisen. Ich habe daraus 38 km und 1.350 Hm hoch, sowie 1.450 Hm runter gemacht. Dafür brauchte ich knapp 11 h. Wie kam es? Kurz hinter Belluno fingen die netten München-Venedig Hinweisschilder wieder an. Es gibt die Hauptroute über das Joch direkt nach Revine und eine Variante mit einer weiteren Hüttenübernachtung auf 1.700 m. Die Hütte ist umgeben von vielen Antennen und einem imposanten Antennenanlagen. Sie erinnert eher an eine Militärbasis als an ein alpines Refugio. Die Aussicht soll nett sein, das war’s auch schon. Jedenfalls hatte ich mich für die Jochvariante – den Hauptweg – entschieden. Nach den ersten Hinweisschildern trennten sich die Wege, des eine Schild war mit dem Namen des Refugios ausgewiesen und in eine andere Richtung zeigte das übliche München-Venedig Schild. Habe sofort daraus geschlossen, dass dies den Hauptweg anzeigt.Großer Fehler. Meine itienische Karte von diesem Gebiet ist furchtbar: viele Hütten sind nicht eingezeichnet, Jochs sind nur sporadisch benamt. Die Orientierung ist mit diesen Karten gräßlich. So habe ich erst viel zu spät gemerkt, dass ich nach den Schildern in Richtung Antennen-Übernachtungsvariante schritt. Später habe ich auf einem Erlärungschild am Wegrand einen brauchbaren Kartenausschnitt gefunden, den ich abfotografiert und genutzt habe. Warum sind die Kaufkarten nicht auch so? Erst auf 1.050 m ist mir dies klar geworden. Da ich das nicht wollte und in Revine schon ein Hotelzimmer reserviert hatte, entschied ich mich quer zum Joch, obwohl es nicht in meiner Karte eingezeichnet war, zu gehen. So habe ich 500 Hm und 13 km verloren. Die Wege waren trotzdem schön, lagen oft im Schatten von Wäldern. Hier und da huschten Eidechsen weg oder eine seltsame kleine Vogelart lief ins Unterholz anstelle wegzufliegen (insgesamt 4 Mal beobachtet), graue Eichhörnchen versuchen sich zu verstecken und machen einen Mordslärm. Seltsam ist tatsächlich die Aussicht. Führt der Blick nach Norden, so sieht man den mächtigen Gebirgszug mit der Schiara, schaut man nach Süden gibt es nur noch ein paar Hügelchen, danach nur noch Ebene soweit das Auge reicht. Das ist topologisch gesehen das Schleswig-Holstein Italiens;-) Heute war dann die letzte bergähnliche Tour mit vielen Hm. Morgen soll es 320 m hoch und 510 m runter gehen. Ich werde berichten… Von meinem Sony Xperia™-Smartphone gesendet

Belluno

Gestern bin ich vom Refugio de 7 Alpini nach Belluno gewandert. Es war eine schöne und kurze Tour, inkl. Hotelsuche knapp 5 h. Die Wanderung führte durch einen Wald abwärts und später entlang eines Tals, in dem ein schöner Gebirgsbach floss. Ab dem ersten Ort, der zu Belluno gehört, gab es Wegmarkierungen für den München-Venedig Trail. Denen bin ich gefolgt und lief über parkähnliche Wege bis in die Innenstadt. Belluno hat schon mediterranes Flair. Temperaturen mittags knapp über 30 Grad, abends sehr angenehm. Sitze übrigens gerade in einer Pizzeria mit sagenhaften Pizzen :-). Insgesamt habe ich noch 5 Etappen bis Venedig, zusammen noch 133 km, 1.100 Hm hoch und 1.400 Hm runter. So etwas waren, bezogen auf die Hm, bisher häufig Tagesetappen. Ich bin heute in Belluno geblieben, habe meinen Rucksack ausgemistet und 4 kg nach Hause geschickt: Kletterset, Fleece-hose… Bin mal gespannt wie der Rucksack sich jetzt trägt. 7 der 10 Karten sind bisher durchschritten. Wenn ich jetzt weiterlaufe, bin ich genau eine Woche zu früh und käme diesen Samstag in Venedig an. Für die 7 Tage habe ich noch keinen konkreten Plan, bin aber sicher, dass mir da etwas einfällt :-)

Die Schiara Wand

Die Schiara Wand Gesendet: 10.08.2015 Gestern bin ich über die Schiara vom Refugio de la Fontane zum Refugio de 7 Alpinisti gelaufen und geklettert. Vor dem Klettersteig war mir etwas mulmig zu Mute, da ich mit dem ganzen Trekking Gepäck unterwegs war. Am Abend vorher hatten wir mit der Wirtin der Hütte die Wetterlagen diskutiert und waren so verblieben, dass wir zum Frühstück um 06:30 schauen wie das Wetter aussieht. Der Aufstieg zur Forcella de Marmol, wo der Klettersteig beginnt, dauerte etwa 3.5 h, das Wetter sah immer noch gut aus, also bin ich nach einer Pause um 11:25 in den Klettersteig eingestiegen. Zunächst führt der Steig etwa 100 Hm aufwärts um dann 800 Hm abwärts zu weisen. Nach 45 min erreichte ich die Biwak-Schachtel, die für Wetterumschwünge Kletterern Schutz bieten soll. Da das Wetter immer noch gut aussah, bin ich weiter hinabgeklettert. Langsam zogen sich Wolken um den Gipfel der Schiara zusammen, aber ich selbst hatte den Gipfelbereich längst verlassen und kletterte in der Sonne. Ich war gerade auf der anspruchsvollen Querung unterwegs, als mich Hagelkörner um 14:15 trafen. “Keep Cool”, sagte ich mir. Wenn ein Gewitter jetzt losbricht, dann so schnell wie möglich fort von dem Stahlseil. Ich beeilte mich um an das Ende des Seiles zu gelangen, dass viel zu früh kam. Einige Meter des Seiles waren weggerostet, so musste ich im Hagel etwa 10 m ungesichert auf einem wirklich schmalen Sims voran kommen. Der Abgrund war mit etwa 8 m genügend tief für Ungemach. Ich schaffte es, auch angetrieben von dem losbrechenden Gewitter. Am Ende der Spalte gab es eine kleine Aushöhlung, zu der ich etwa 2 m hochklettern musste. Ich gelangte in die winzige Höhle und konnte dem Hagel entgehen. Mittlerweile blitzte und donnerte es gewaltig. Zwischen Blitz und Donner lagen 2-3 s, so dass das Zentrum des Gewitters 600 – 1000 m entfernt lag. Der Hagel schlug in extrem starken Regen um. Überall stürzten Fluten von den Steilwänden und bildeten einen reißenden Bach, der tosend talwärts stürzte. Die Intensität des Regens nahm weiter zu, ich konnte höchstens 30 m weit sehen. Da sich um mich herum nur Steilwände mit teilweise über 100 m Höhe befanden, wurden vereinzelt faustgroße Steine von oben hinuntergespült und krachten auf den Sims, auf dem ich Minuten vorher noch stand. In meiner kleinen Höhle war es alles andere als gemütlich, aber ich war relativ sicher. Nach 2.5 h verließ ich mein Refugium als der letzte Donner mehr als eine halbe Stunde zurücklag und der Himmel wieder begann einzelne Strukturen zu zeigen. Der Regen hatte nahezu aufgehört, die Felsen waren nass. Ganz vorsichtig habe ich mich bis zum nächsten Sicherungsseil vorgetastet und mich eingehakt. Ich wusste nicht ob die nassen Felsen unter meinen Sohlen rutschig sind. Meine Schuhe hatten besten halt, so bin ich langsam und hochkonzentriert weitergeklettert und erreichte nach 30 min das Ende des Klettersteigs. Nun habe ich tatsächlich bei meiner letzten alpinen Tour noch ein solches Wetter erlebt. Ein Gewitter im Klettersteig ist kein Vergnügen. Der Klettersteig selbst ist der schönste, den ich bisher geklettert bin. Die Aussichten sind wirklich atemberaubend und die Schiara mit ihrer Schroffheit wunderschön. Teilweise wirken die Felsformen wie moderne Skulpturen, ein echter Genuss hindurchzuklettern , möglichst ohne Gewitter ;-). Zu den Wanderführern wie dem München-Venedig Titel aus dem Rother Verlag kann ich nur sagen, dass sie den Klettersteig sehr verharmlosen. Das schreibe ich, weil einige meiner Blog-Leser kurz davor sind die gleiche Tour zu gehen und sie wissen sollten, was auf sie zukommt. Ich bin kein besonders erfahrener Kletterer, meine alpinen Kletterkurse liegen 27 Jahre zurück. Ich habe immer mal wieder in einer Halle geklettert, aber die letzten Jahre nur sehr sporadisch. Meine Klettersteigerfahrung habe ich in den letzten Wochen in den Dolomiten gesammelt und bin mit der Schiara insgesamt 5 Klettersteige gegangen. Ein Vergleich dieses Klettersteigs mit der Friesenbergscharte, wie im genannten Führer, halte ich für fahrlässig. Im Klettersteig ist echtes Klettern vonnöten und nicht nur ein Festhalten am Seil oder Fels wie in der Scharte. Wer sich mit Klettern noch nicht beschäftigt hat, dem kann ich nur dringend abraten die Schiara als Erstlingswerk zu begehen. An vielen Stellen ist Technik gefragt, beispielsweise gibt es eine vielleicht 15 m tiefe Felsspalte, die seilversichert ist, aber der Fels ist nahezu glatt, es gibt nur sporadisch Tritte. Man muss die gegenüberliegende Felswand miteinbeziehen und breitbeinig diese Stelle überwinden. Auch die lange Querung hat es in sich. Ich möchte keine Angst vor dem Steig schüren, aber ohne Klettervorbereitung kann ich nur jedem abraten den Steig zu gehen, obwohl er wirklich wunderbar ist. Die angehängten Bilder sind wieder vom Handy und zeigen den Blick in die mittelmeerseite der Schiara von der Marmol Scharte aus, sowie Eindrücke aus dem Klettersteig. Die rote Kiste ist die Biwak-Schachtel. Das letzte Bild zeigt die Schiara-Wand heute morgen im Morgendlicht. Durch diese Wand führt der Klettersteig. Von meinem Sony Xperia™-Smartphone gesendet






Auf das Refugio de Fontana

Diese Tour war anstrengend, aber sehr abwechslungsreich und toll. Insgesamt ging es 1300 Hm hoch und 1500 Hm runter. Der erste Teil führte durch teilweise verwunschen wirkende Wälder bis zum Refugio Pamperet. Der zweite Teil, der mit einem Anstieg von 550 Hm begann, führte aus der Baumwuchsgrenze auf etwa 2.400 m hinaus.Der Abstieg zu meinem Ziel, das Refugio de Fontane war teilweise sehr steil und herausfordernd. Etwa eine halbe Stunde vor der Hütte. Etwa 2,5 hnach der letzten Abzweigung, stand ein Gefahrenschild, Ass der Abstieg sehr steil und gefährlich sei. Super!Und jetzt? Ersteinmal gucken. Der Abstieg war machbar für mich, wenn ich nicht zu schnell ging. Schließlich bin ich um halb sechs an der Hütte angekommen nachdem ich um 8 Uhr gestartet bin. Von meinem Sony Xperia™-Smartphone gesendet
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