Multimedia Vortrag

DSC_3380Anscheinend gibt es ein Interesse einmal einen Vortrag über meine Tour inklusive Bildern zu sehen/hören. Seit ich wieder zu Hause bin, wurde ich schon häufiger darauf angesprochen.

Für den Deutschen Alpenverein werde ich eh einen Vortrag zusammenstellen, er wird DSC_3425aber wahrscheinlich erst im nächsten Jahr stattfinden, eventuell erst im Oktober 2016 auf dem Kölner Alpin Tag (Der Alpin Tag 2015 des DAV findet übrigens in 5 Wochen am 24.10.2015 statt, Infos gibt es hier). Im Moment bin ich auf der Suche nach einer brauchbaren Multimedia-Software (Windows), mit der eine Multimedia-Show gut zu erstellen und zu präsentieren ist. Für Vorschläge bin ich sehr dankbar.

Im Moment hätte ich keine Idee wie und vor allem wo und in welchem Rahmen ich für meine Interessenten einen Vortrag halten könnte. Auch hier freue ich mich über Ideen oder gar Vorschläge.

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Murmeltiere

DSC_2630Einige Blog-Leser wollten gerne Bilder von Murmeltieren sehen. Da ich eine Vollformat-Spiegelreflexkamera mit einem Standard-Objektiv von 24-120 mm Brennweite dabei hatte, konnte ich nur auf ein schwaches Tele mit etwa 2 facher Vergrößerung zurückgreifen.

Die Murmeltiere sind scheu und lassen Menschen nicht gerne nah heran. So sind die Aufnahmen aus teilweise größerer Entfernung entstanden. Am Rechner sind dann die relevanten Bildteile herausgeschnitten worden. Die Auflösung des Sensors hat dies zugelassen ohne die Bildqualität allzu sehr zu beeinträchtigen.

DSC_2631Ich musste erst auf der Tour lernen zu sehen. Von Woche zu Woche habe ich mehr und mehr Tiere und Insekten gesehen. Anfangs habe ich diese Wesen einfach übersehen, so auch die Murmeltiere. Zum Ende meiner Wanderung sind mir Tiere schon aus großer Entfernung aufgefallen. Es ist erstaunlich wie sich die Sinne schärfen, ich habe das sehr genossen.

DSC_2681Sobald die Murmeltiere eine Gefahr wahrnehmen, stoßen sie einen lauten kurzen Pfiff aus. Im Hall der Berge habe ich diesen Pfiff zunächst als ein Raubvogelkreischen interpretiert und in den Himmel geschaut. Auch das musste ich lernen :-).

Es hat richtig Spaß gemacht die Murmeltiere zu beobachten. Sie gehören übrigens zu den echten Erdhörnchen, die man aus dem Zoo kennt, sie sind nur größer, bis zu 50 cm lang. Sie verhalten sich auch ähnlich und stellen setzen sich gerne auf die Hinterbeine und haben den Oberkörper aufrecht.

DSC_2610Gerne würde ich nochmal an die Stellen an denen wirklich viele Murmeltiere zu beobachten waren, allerdings mit ordentlichem Teleobjektiv und Zeit. Das Problem auf der Tour war tatsächlich die Zeit. Wenn eine lange Wanderung von 8 oder 10 Stunden vor einem liegt, dann hatte ich einfach nicht die Ruhe nach vielleicht 2 h eine längere Fotografierpause einzulegen und sie dann auch noch zu genießen. DSC_2892

Nachlese

DSC_4884So, jetzt bin ich seit 2 Wochen wieder zu Hause. Mental bin ich auch schon fast angekommen.

Insgesamt habe ich etwa 2.600 Fotos gemacht, bin ca. 730 km gelaufen und habe ungefähr 30.000 Hm überwunden. Das Bloggen hat mir Spaß gemacht, es war irgendwie merkwürdig in Venedig angekommen zu sein und damit im Grunde meinen Blog zu beenden. Das DSC_4889wurde mir erst nach der Ankunft so richtig bewusst.

Die 2 Wochen in Venedig (genauer auf dem Lido) waren optimal als “cool down” nach den für mich doch recht anstrengenden 6 Wochen in den Alpen. Mein ganzer Körper brauchte Erholung. In Venedig haben wir zwar viele Touren gemacht, sie waren aber körperlich in keiner Weise mit den Alpen-Etappen zu vergleichen. Die einzigen Höhenmeter konnte ich auf den Brücken machen ;-).

Jetzt hätte ich wieder Lust zu weiteren Alpentouren zu starten :-).

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Einige Leser des Blogs wollten gerne noch Murmeltierfotos sehen. Einige werde ich im nächsten Beitrag zeigen.

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VENEDIG

Geschafft! Kaum zu glauben, ich bin wirklich zu Fuss von München nach Venedig gelaufen, vom Marienplatz zum Markusplatz. Mein Zieleinlauf wurde von gefühlten 10tausenden anderen Touristen begleitet, aber ich war der einzige Alien mit großem Trekking Rucksack und Trekking Schuhen. Schon auf dem Lido von Jesolo schauten mich die Leute verdutzt an. Nein. Nein, niemand hat die Strassenseite gewechselt, oder doch? Ich möchte einmal das Zitat von Neil Armstrong, dem ersten Menschen auf dem Mond, negieren. Ein großer Schritt für mich, ein unbedeutender für die Menschheit. Es ist halt mein ganz persönlicher Sieg es geschafft zu haben. In einer Woche kommt meine Frau. Ich konnte mich bereits jetzt ins Hotel auf dem Lido (von Venedig) einbuchen. Ich bin so voller Eindrücke, die verarbeitet werden wollen, dass diese Woche ganz bestimmt nicht langweilig wird.

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Am Mittelmeer

Nach einer eher langweiligen und ereignislosen Etappe am Rande von Straßen bin ich um kurz nach eins in Jesolo angekommen. Ich hätte auch einen anderen Weg gehen können, der hätte aber 2.5 h länger gebraucht. Nach den Temperaturen von gestern wollte ich nur so rasch wie möglich ankommen. Ich war wieder vor Sonnenaufgang unterwegs, allerdings gab es eine leichte Bewölkung, so dass die Temperatur erst langsam anstieg. Die Entfernung für diese Etappe liegt bei 31 km. Jesolo selbst ist etwa 4 km vom Meer entfernt. Heute Nachmittag bin ich ohne Rucksack und mit Trekking-Sandalen anstelle der schweren Wanderschuhe sozusagen dem Meer entgegengeschwebt. War der Strand voll! So viele sonnenbeschirmte Liegen und Menschen. Soweit das Auge reicht. Ich als Alpenwandersbursch fühlte mich ein wenig deplatziert, einfach nicht zugehörig. Trotzdem habe ich mir einen Weg durch das Liegenwirrwar gebahnt, die Sandalen ausgezogen und bin durch das Meerwasser gegangen. Ein Genuss. Das Meer hatte keine Wellen, gefühlt hätte es auch ein großer Badesee sein können. Das Wasser war angenehm lauwarm. Die Sonne war durch ein Wolkenband gedämpft. Morgen kommt das Finale: der Einzug nach Venedig. Er wird ganz unspektakulär ablaufen, für mich hat er dennoch eine große Bedeutung.

Prosecco aus Zapfhahn

Ein Detail habe ich eben unterschlagen. Hier in Fagarè gibt es Prosecco neben Bier und den Hausweinen aus dem Zapfhahn. Habe mir gerade einen viertel Liter mit aufs Zimmer genommen. Frisch gezapft. :-) Von meinem Sony Xperia™-Smartphone gesendet

Noch einen Tag bis zum Mittelmeer

Heute bin ich um 05:30 gestartet um der Hitze zu entkommen. Gegen 14 Uhr, pünktlich zur Tageshöchsttemperatur von 37 Grad bin ich in Fagarè angekommen. Die Hitze macht die Tour anstrengend. Noch einen Tag nach Jesolo und damit zum Mittelmeer. Die Hitze läßt mich fast nur an das Ankommen denken, die Wanderung ist im Moment mehr Strapaze.

Noch 2 Tage bis zum Mittelmeer

Heute ging es von Revine nach Priula am Piave. Die Wanderung führte noch einmal über eine kleine Hügelkette (400 m, war in der Mttagshitze anstrengend), jetzt ist und bleibt es flach. Die meiste Zeit lief ich  bei 35 Grad über Asphaltstrassen. Die Hitze macht mir schon zu schaffen, deshalb werde ich jetzt den Wandermodus anpassen. Ich stehe um kurz nach 4 auf und schaue, das ich im Morgengrauen auf der Piste bin. Wenn es klappt, bin ich Übermorgen am Mittelmeer. Die Landschaft hier ist – wie zu erwarten – viel flacher und eher hügelig. Nachmittags war es auch mit dem hügeligen vorbei, ich bin in der Ebene angekommen.

Von Belluno nach Revine

Um kurz nach 8 heute Abend bin ich angekommen. Ich hatte mich verlaufen. Die Tour ging über die Voralpen und sollte 25 km lang sein und 750 Hm hoch, sowie 850 Hm runter aufweisen. Ich habe daraus 38 km und 1.350 Hm hoch, sowie 1.450 Hm runter gemacht. Dafür brauchte ich knapp 11 h. Wie kam es? Kurz hinter Belluno fingen die netten München-Venedig Hinweisschilder wieder an. Es gibt die Hauptroute über das Joch direkt nach Revine und eine Variante mit einer weiteren Hüttenübernachtung auf 1.700 m. Die Hütte ist umgeben von vielen Antennen und einem imposanten Antennenanlagen. Sie erinnert eher an eine Militärbasis als an ein alpines Refugio. Die Aussicht soll nett sein, das war’s auch schon. Jedenfalls hatte ich mich für die Jochvariante – den Hauptweg – entschieden. Nach den ersten Hinweisschildern trennten sich die Wege, des eine Schild war mit dem Namen des Refugios ausgewiesen und in eine andere Richtung zeigte das übliche München-Venedig Schild. Habe sofort daraus geschlossen, dass dies den Hauptweg anzeigt.Großer Fehler. Meine itienische Karte von diesem Gebiet ist furchtbar: viele Hütten sind nicht eingezeichnet, Jochs sind nur sporadisch benamt. Die Orientierung ist mit diesen Karten gräßlich. So habe ich erst viel zu spät gemerkt, dass ich nach den Schildern in Richtung Antennen-Übernachtungsvariante schritt. Später habe ich auf einem Erlärungschild am Wegrand einen brauchbaren Kartenausschnitt gefunden, den ich abfotografiert und genutzt habe. Warum sind die Kaufkarten nicht auch so? Erst auf 1.050 m ist mir dies klar geworden. Da ich das nicht wollte und in Revine schon ein Hotelzimmer reserviert hatte, entschied ich mich quer zum Joch, obwohl es nicht in meiner Karte eingezeichnet war, zu gehen. So habe ich 500 Hm und 13 km verloren. Die Wege waren trotzdem schön, lagen oft im Schatten von Wäldern. Hier und da huschten Eidechsen weg oder eine seltsame kleine Vogelart lief ins Unterholz anstelle wegzufliegen (insgesamt 4 Mal beobachtet), graue Eichhörnchen versuchen sich zu verstecken und machen einen Mordslärm. Seltsam ist tatsächlich die Aussicht. Führt der Blick nach Norden, so sieht man den mächtigen Gebirgszug mit der Schiara, schaut man nach Süden gibt es nur noch ein paar Hügelchen, danach nur noch Ebene soweit das Auge reicht. Das ist topologisch gesehen das Schleswig-Holstein Italiens;-) Heute war dann die letzte bergähnliche Tour mit vielen Hm. Morgen soll es 320 m hoch und 510 m runter gehen. Ich werde berichten… Von meinem Sony Xperia™-Smartphone gesendet

Belluno

Gestern bin ich vom Refugio de 7 Alpini nach Belluno gewandert. Es war eine schöne und kurze Tour, inkl. Hotelsuche knapp 5 h. Die Wanderung führte durch einen Wald abwärts und später entlang eines Tals, in dem ein schöner Gebirgsbach floss. Ab dem ersten Ort, der zu Belluno gehört, gab es Wegmarkierungen für den München-Venedig Trail. Denen bin ich gefolgt und lief über parkähnliche Wege bis in die Innenstadt. Belluno hat schon mediterranes Flair. Temperaturen mittags knapp über 30 Grad, abends sehr angenehm. Sitze übrigens gerade in einer Pizzeria mit sagenhaften Pizzen :-). Insgesamt habe ich noch 5 Etappen bis Venedig, zusammen noch 133 km, 1.100 Hm hoch und 1.400 Hm runter. So etwas waren, bezogen auf die Hm, bisher häufig Tagesetappen. Ich bin heute in Belluno geblieben, habe meinen Rucksack ausgemistet und 4 kg nach Hause geschickt: Kletterset, Fleece-hose… Bin mal gespannt wie der Rucksack sich jetzt trägt. 7 der 10 Karten sind bisher durchschritten. Wenn ich jetzt weiterlaufe, bin ich genau eine Woche zu früh und käme diesen Samstag in Venedig an. Für die 7 Tage habe ich noch keinen konkreten Plan, bin aber sicher, dass mir da etwas einfällt :-)